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TOUR 1
Die Dörfer, die Landwirtschaft und Cesar Manriques schönste Werke

Diese Fahrt führt durch den Nordteil Lanzarotes. Hier können Sie am besten die auf der Welt einmalige Landwirtschaft Lanzarotes sehen. Wer Sinn dafür hat, der Stimmung und der Atmosphäre in Lanzarotes Kleinstädten nachzuspüren, wird in Teguise und Maria auf seine Kosten kommen.

Drei Werke Manriques runden das Bild der Insel ab: Der Aussichtspunkt Mirador del Rio, von dem aus Sie einen phantastischen Blick haben, und die stimmungsvoll beleuchtete Höhle Cueva de los Verdes. Zum Schluss besichtigen Sie einen Ort, den man einfach gesehen haben muss: Jameos del Agua.

Die Strecke:
Puerto del Carmen - Tias - Montana Bianca - Nazaret - Teguise -Los Volles - Haria - Mirador del Rio -Cueva de los Verdes - Jameos del Agua - Guatiza - Las Sa/inas - Arrecife -Puerto del Carmen.

Die Straße nach Tias führt durch unbebautes altvulkanisches Land. Bemerkenswert sind einzig die einfachen Steinwälle, die Besitzgrenzen markieren. In Tias, einer weit gestreuten Siedlung, fallen die gepflegten weißen Häuser mit ihren grün bemalten Türen und Fenstern auf. Hinter Tias, wenn Sie den Weg nach San Bartolome gefunden haben, liegt linker Hand der fast 600 m hohe Berg "Montana Blanca"; wie alle alten Vulkane zeichnet er sich durch eine runde Kuppe und durch die von Erosion zerschnittenen Flanken aus.

Den Weg nach San Bartolome fahren Sie am besten nur bis zur Abzweigung in die Ortschaft Montana Blanca. In dieser Gegend können Sie sehr schön die besonderen Anbaumethoden der Lanzaroter Bauern sehen.
Die Bauern machen sich in einzigartiger Weise die Speicherfähigkeit der Lava zu Nutze. Vor allem nachts "saugt" der poröse Stein Luftfeuchtigkeit auf. Vor der Aussaat werden Lapilli, kleine vulkanische Auswürflinge, in etwa 20 cm Höhe auf den vorher gepflügten und gedüngten Mutterboden gestreut. Gepflügt wird mit einem hölzernen Pflug. Als Zugtier wird meistens der Esel verwendet - nur noch sehr selten ein Dromedar. Die Saat wird in Rillen gesetzt, und zwar so tief, dass die Wurzeln den Mutterboden erreichen. Zum Schutz gegen Wind und Austrocknung werden die Felder mit kleinen Mäuerchen, ebenfalls aus Lava, umgeben.

Weit verbreitet ist die Anlage halbrunder, gegen Nordost gerichteter Schutzmauern, hinter denen die Pflanze in trichterförmigen Vertiefungen wächst. Allgemein nennt man diesen Typ von Trockenfeldbau enarenado. In ähnlicher Form ist er auch auf anderen Kanarischen Inseln anzutreffen, er erreicht jedoch nirgendwo einen so landschaftsprägenden Charakter wie auf Lanzarote.

Hinter Masdache biegen Sie in Richtung Teguise ab. Sie durchfahren ein riesiges Lavafeld aus dem 18, Jh. Die dünnflüssige Lava hat ganz glatte Flächen gebildet, die nach den:
Erkalten in große Platten zerbrochen sind. Grüngelbe Flechten haben sich als erste Vegetation angesiedelt. An der nächsten Kreuzung treffen Sie auf ein großes, modernes Monument, das Bauerndenkmal "Monumento al Campesino".
Am Fuße des Denkmals liegt ein restaurierter alter Bauernhof, der besichtigt werden kann (ca. 10.30-15.00 Uhr.). Außerdem ein Restaurant, in dem Sie typisch kanarische Küche probieren können.
Folgen Sie dann dem Wegweiser Richtung Teguise. Schon von weitem ist links am Hang Teguise zu erkennen. Rechts in der Ferne liegt Oasis de Nazaret, wo sich am windgeschützten Vulkanhang wohlhabende Lanzarotenos und viele Ausländer ihre Villen gebaut haben.
Übrigens gehört die Insel auch zu den Routen vieler interessante Kreuzfahrten.

Wer möchte, kann auf der Strecke nach Teguise rechts nach Nazaret abbiegen und sich kurz Oasis de Nazaret anschauen. Nach diesem Schlenker wenden sich nun endgültig Teguise zu; der Kirchturm fällt schon von weitem auf. Teguise war die erste Hauptstadt der Insel und einer der ersten Bischofssitze der Kanarischen Inseln. Noch heute gibt es eine Vielzahl von Kirchen, die Sie später vom hoch über der Stadt liegenden Castillo gut sehen können.
Teguise ist immer noch ein sehr hübscher alter Ort. Parken Sie Ihren Wagen irgendwo und laufen Sie durch den ruhigen, manchmal fast wie ausgestorben wirkenden Ort. Achten Sie auf die gekalkten Häuserzeilen mit den grünen Türen. (Sonntagvormittags findet hier ein Flohmarkt statt.) Besichtigen sollten Sie zumindest die Kirche am hübschen Dorfplatz und den gegenüberliegenden Palacio de Espinola (l 7. Jh.). Gegen Eintrittsgeld führt der Wärter Sie durch die Räume, die z. T. mit alten wertvollen Möbeln eingerichtet sind.
Hoch über der Stadt liegt das "Castillo Santa Barbara", eine Festung aus dem 15. Jh. In dem renovierten Castillo ist heute ein kleines Emigrantenmuseum untergebracht. - Schon wegen des herrlichen Ausblicks lohnt die Fahrt.

Weiter nach Norden folgt zunächst Los Volles, wo sich wieder das typische Lanzarote-Bild bietet: Weiße Häuser in lockerer Siedlung, schwarze Lavafelder und im Hintergrund rötliche oder blassgelbe Vulkanberge.
Danach folgt eine gebirgige Partie - sogar ein paar struppige Kiefern gedeihen hier - bis Sie das Tal von Haria vor sich haben. Auf dem serpentinenreichen Weg ins Tal ergeben sich herrliche Aussichts- und Fotografierpunkte auf das an nordafrikanische Bilder erinnernde Palmental.

Suchen Sie sich im Ort einen Parkplatz und unternehmen Sie einen kurzen Spaziergang. Niedrige Häuser verstecken sich hinter Eukalyptus- und Lorbeerbäumen, einige größere Bauten sind im kolonialspanischen Stil errichtet. Alles ist sehr still, die Läden sind kaum auszumachen. Wenn Sie einen gefunden haben, können Sie einen Überblick über das dörfliche Warenangebot bekommen.
Halten Sie sich dann an den Wegweiser "Mirador del Rio". Nach etwa 10 km ist der von außen kaum sichtbare Bau erreicht. Man muss Eintritt bezahlen und gelangt dann in ein Restaurant, das am oberen Ende einer fast 500m hohen Steilwand liegt. Durch die großen Fensterflächen sehen Sie die vorgelagerten Inseln Isla Graciosa mit dem Fischerdorf Caleta, Montana Clara und Alegranza (beide unbewohnt).

Auf dem Weg zum Mirador del Rio lohnt sich ein Besuch des Vogelparks "Guinate", ca. 400 m von der Hauptstraße links. Richten Sie sich nach dem Wegweiser "Guatiza/Arrecife" und folgen Sie dann dem Schild "Jameos del Agua". Zunächst erreichen Sie die Lavahöhle "Cueva de los Verdes". Halbstündlich begleitet ein Führer Gruppen durch die begehbaren zwei Kilometer der Lavahöhlen (Eintritt). Die Eindrücke bei dem Rundgang werden durch Musik und Beleuchtung zusätzlich intensiviert.
Nur unweit von der Cueva de los Verdes, ebenfalls Teil einer Lavahöhle, liegt "Jameos del Agua" (Eintritt). Wie das Aussichtsrestaurant am Mirador del Rio geht auch die Gestaltung dieser Grotte auf Ideen Cesar Manriques zurück.
'Die tropischen und subtropischen Pflanzen, mit denen die Wände überrankt sind, der ruhige, unterirdische See und die Musik schaffen auch hier eine fast unwirkliche Atmosphäre, die Sie ausgiebig bei einem Kaffee auf sich wirken lassen können.
Ein Abstecher bis zu dem kleinen Hafen Orzola lohnt sich. Es gibt dort einige typische Fischrestaurants. Auf dem Rückweg in Richtung Arrecife kommen Sie noch durch Mala und Guatiza, Mittelpunkt der Zucht der Cochenille-Laus, die zur Gewinnung eines roten Farbstoffs dient. Bei Guatiza liegt der Kakteen-Park (Jardin de cactus), angelegt von César Manrique.

Die parasitären Läuse, die ein weißliches Puder absondern, werden an den Opuntienkakteen angesetzt und nach einer Wachstumszeit von gut zwei Monaten von den Dorfbewohnern mit Metallschabern abgesammelt. Dass tatsächlich roter Farbstoff produziert wird, können Sie selbst testen, wenn Sie eine Laus abnehmen und zerdrücken. Das Karmesin wird zum Färben von Kosmetikartikeln und Süßwaren verwendet. Ca. 150 000 Läuse ergeben ein Kilo Farbstoff.

Eine weitere Schöpfung César Manriques ist das Hotel "Meliá Saunas" in Costa Teguise. Das große, aber flache 5-Sterne-Hotel ist in Terrassenform um zwei Patios gruppiert, die üppig begrünt sind und von einem künstlichen Bach durchzogen werden. Zum Schluss noch zwei Möglichkeiten: ein Besuch in Arrecife oder in der "Fundaciön Cesar Manrique" (am Ortsausgang Tahiche rechts Richtung San Bartolome). Die Stiftung und Kunstsammlung ist im ehemaligen Wohnhaus Manriques, das in einen Lavastrom hineingebaut wurde.

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